Standort 1 | Rathaus Beeskow

Händler, Buden und Statute – Ein Rathaus, das auch Kaufhaus ist

In Beeskow entwickelte sich im Schutz der nahe gelegenen Burg im Laufe des 13. Jahrhunderts eine anfänglich mit Planken und Gräben gesicherte Marksiedlung, aus der wohl in der Jahrhundertmitte die Stadt Beeskow hervorging. Wie die älteste Stadturkunde aus dem Jahr 1272 belegt, stand Beeskow ein Aufseher („praefectus“) namens Heinrich vor. Die Lage des Marktes an der Kreuzung zweier bedeutender Handelswege  begünstigte die Ausbildung vielfältiger Gewerbe, zu denen nach Urkunden des späten 13. Jahrhunderts Gewandschneider, Kürschner, Bäcker und Schumacher zählten.  Sie organisierten sich in Zünften bzw. Gilden. Im 14. Jahrhundert sind weitere Zünfte, so die der Tuchmacher, Leinweber und Fleischer, nachgewiesen.

Diese mittelalterliche Handwerksstruktur hielt sich bis weit in das Industriezeitalter hinein. Auf den wöchentlichen Markttagen hatten alle Gewerke feststehende Plätze. Die Fleischer besaßen dort entweder Verkaufsbuden oder boten geschlachtetes Vieh unter freiem Himmel an. Die Gewandschneider hingegen vertrieben ihre Waren unmittelbar beim Rathaus in einem kleinen Gebäude, dem so genannten „Scheergaden“. Auch das Beeskower Rathaus selbst diente dem Handel. An dessen Eingang befanden sich die Verkaufsbänke der Bäcker, während die Tuchmacher  ihre Waren in einem Saal im Inneren des Gebäudes anboten.

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