Standort 10 | Luch / Im Luch

Zwischen Wirtschaft und ratsherrlicher Politik – Die Beeskower Viergewerke streiten um das Luch


Die Stadt Beeskow umgibt zwischen Fürstenwalder und Luckauer Vorstadt ein Feuchtgebiet, das als Luch bezeichnet wird und seit dem Mittelalter wirtschaftlich durch die Bürger genutzt wurde. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts versuchten auch die Hüfner aus der Fürstenwalder Vorstadt am Beeskower Luch zu partizipieren. Sie begründeten dieses Ansinnen damit, dass sie durch Zahlungen an die Stadt Beeskow stark belastet seien und damit ein Anrecht auf Ausgleich besäßen. Innerhalb der Stadt Beeskow löste diese Vorstellung heftige Auseinandersetzungen um die Stellung und Rolle der Hüfner aus. Die Stadtverordneten wiesen die Ansprüche scharf zurück. Unterstützung fanden sie durch die Beeskower Gewerke, allen voran die Schneider, Bäcker, Tuchmachern und Schumacher, die zusammen die s.g. Viergewerke bildeten und selbst zu den Nutzern des Luchs zählten. In einem an König Friedrich II. adressierten Schreiben argumentierten sie, dass die Hüfner aufgrund ihrer besonderen Geschichte keine Rechte am Luch für sich beanspruchen dürften. Sie seien im Grunde Dorfbewohner, aus denen zwar Vorstädter geworden seien, die jedoch ihre alten Dorfrechte bis in die Gegenwart behalten hätten. Ihrer festen Überzeugung entsprach der Grundsatz, dass ein jeder seine besonderen Rechte für sich besäße. Eine Partizipation am Luch und seiner wirtschaftlichen Nutzung war demnach strikt ausgeschlossen. Dieses Einschreiten bietet ein Beispiel dafür, wie sehr es die Viergewerke im Laufe der Beeskower Stadtgeschichte immer wieder vermochten, Einfluss auf die ratsherrliche Politik zu nehmen.



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