Standort 2 | Breite Straße 34 (Hof der Stadtverwaltung)

Drei Fässer im Boden – Ein archäologischer Fund aus der Beeskower Handwerksgeschichte

Der Bewahrung der historischen Altstadtstruktur in Beeskow kommt seit 1989 eine besondere Bedeutung zu. Schwerpunkte der bisherigen Stadtsanierung bildeten die Sanierung der Stadtmauer mit ihren sechs Türmen, die Restaurierung des „Ältesten Hauses“  sowie die Sanierung vieler Gründerzeitgebäude. Eine besondere Herausforderung und sehr kostenintensiv war die Wiederherstellung der Stadtkirche Sankt Marien. Auch die Erneuerung von Straßen und öffentlichen Plätzen stellt nach wie vor einen wichtigen Baustein der Beeskower Stadtsanierung dar.

Diese Bemühungen begleiten auch archäologische Untersuchungen, die durch eindrucksvolle Funde inzwischen ein jahrhundertealtes „unterirdisches Beeskow“ aufgedeckt haben. Dadurch konnten auch neue Einblicke in die Handwerksgeschichte gewonnen werden. So entdeckte man auf dem Gelände der heutigen Stadtverwaltung Zeugnisse einer Färberei aus dem 18. Jahrhundert. Dazu gehörten drei Eichenfässer, in denen sich zum Teil noch blaue Farbe befand. Sie dienten dem Färben von Leinenstoffen. Diese Funde sind ein anschauliches Beispiel für die seit dem Mittelalter in Beeskow bedeutsame Tuchproduktion, die unter König Friedrich II. massiv ausgebaut worden ist. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch verlor dieses Handwerk rapide an Bedeutung.


 

Illustration von Maulbeeren. Wie zahlreich in Preußen wurden auch in Beeskow im 18. Jahrhundert vermehrt Maulbeerbäume angebaut. Man benötigte diese insbesondere für die Tuch- und Seidenindustrie.

Bildquelle: Thomé, Otto Wilhelm: Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gera 1885, Tafel XXI,4.