Standort 3 | Marktplatz

Danzig – Frankfurt – Leipzig: Beeskows Handels- und Gewerbeziehungen im Mittelalter

Als zentraler Ort in der Stadt ist der Marktplatz ein Mittelpunkt sozialer Kommunikation, wirtschaftlicher Tätigkeit und menschlichen Handelns. Dies gilt nicht nur für den nunmehr sanierten Stadtkern unserer Tage. Der mittelalterliche Marktplatz Beeskows war nicht ausschließlich eine Schnittstelle wirtschaftlichen Handelns, sondern auch ein zentraler politischer Mittelpunkt innerhalb der Stadt. Seine Entstehung geht bis zurück in das 13. Jahrhundert. Zu dieser Zeit stand der städtischen Gemeinde noch ein „prefectus“ namens Heinrich vor. Gemeinsam mit den „consules“ (Ratsherren) stellte er in den Jahren zwischen 1283 und 1285 in mehreren Urkunden Statuten für verschiedene Zünfte aus. Dies betraf konkret die Tuchhändler, Kürschner, Bäcker und Schumacher, die damit zu den ältesten und angesehensten Handwerkern der Stadt gehörten. Diese frühen Rechtsetzungen unterstreichen die städtische Qualität Beeskows im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts.

Der Rat der Stadt Beeskow wurde von Vertretern dieser Zünfte besetzt. Als bedeutendste Gruppe traten die Tuchhändler hervor, die als Kaufleute vor allem im Fernhandel tätig waren. Sie besuchten die Danziger, Frankfurter und Leipziger Messen, um dort ihre Produkte zu verkaufen. Dementsprechend richteten die reichen Kaufmannsfamilien auch die Stadtpolitik aus, deren Ziel die Verbesserung und der Schutz der Handels- und Gewerbebeziehungen war. So legten die Stadtherren zur Stärkung der überregionalen Bedeutung Beeskows 1386 den dreitägigen und überregional bedeutsamen Jahrmarkt auf den 15. Juli eines  Jahres fest. Zum Schutz des lokalen Gewerbes war auswärtigen Händlern der Handel mit Schuhen und Textilien nur gestattet, sofern die Beeskower in deren Städten ebenfalls Verkaufsrechte besaßen.

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