Standort 7 | Burg Beeskow: Spreebrücke

Der vielseitige Müller und seine Arbeitsstätte

Die Stadt Beeskow besaß seit dem Mittelalter selbst keine Mühle. Stattdessen gehörten die an der Spree betriebenen Wassermühen dem auf der Burg sitzenden Stadtherrn Beeskows bzw. später dem dortigen königlich-preußischen Amt. Betrieben wurden sie von einem Pächter, der die Anlagen durch einen Vertrag von der Herrschaft empfing. Der Müller war keineswegs nur für den Betrieb und die Instandhaltung der ihm zugewiesenen Mühlen verantwortlich. Er nahm darüber hinaus weitere wichtige Aufgaben wahr. Dazu gehörte die Pflicht, den Mühlendamm und die acht über die Spree führenden Brücken im Falle von Beschädigungen zu reparieren. Dabei unterstützte ihn ein Knecht, den der Müller unterbringen und verköstigen musste. Außerdem durfte sich der Müller mit finanzieller Beteiligung der Burgherren ein Pferd kaufen, das ihm bei der Anfuhr von Bauholz aus den herrschaftlichen Wäldern behilflich war. Für den Fall, dass er dort kein geeignetes Holz beschaffen konnte, war dem Müller ein Einkauf bei den Flößern auf der Spree erlaubt.

Für seine umfänglichen Dienste durfte der Müller den sechsten Teil der Gewinne aus dem Betrieb der Mühlen einbehalten. Die übrigen Anteile waren der Herrschaft zu überweisen, die somit beträchtliche Einkünfte erzielte. Der Grund hierfür lag im Mühlenzwang, der die umliegenden Dörfer und die Stadt Beeskow verpflichtete, ihr Getreide in den Spreemühlen mahlen zu lassen. Ähnliches galt für die Tuchmacher, die ihre Stoffe in der Walkmühle verarbeiten ließen. 
 

Darstellung einer Wassermühle im 15. Jahrhundert. In Beeskow entstanden seit dem Mittelalter drei Getreidemühlen, die später durch weitere Gewerbemühlen ergänzt wurden.

Bildquelle: Universitätsbibliothek Heidelberg, Sig. Cod. Pal. germ. 471, fol. 025r.

Die so genannte Kleine Spree, ein Seitenarm des Flusses, welcher auf der linken Seite an der Burg Beeskow entlangfließt. Das Leben am und mit dem Wasser war nicht nur für die Fischerei und den Handelsverkehr wichtig. Seit dem Mittelalter trieb die Spree bei Beeskow mehrere Mühlen an.

Bildquelle: Stadtarchiv Beeskow