Reformieren – Eine Bewegung findet Stadt

Unter dem AG-Jahresmotto 2017 „Reformieren – Eine Bewegung findet Stadt“ nehmen die historischen Stadtkerne das urbane Thema Reformation auf. In den Städten hatte die Reformation über einen längeren Zeitraum Veränderungen gebracht und die Stadtentwicklung vorangetrieben, deren Auswirkungen noch heute bemerkbar sind. In Ausstellungen im öffentlichen Stadtraum wird diesen (bau-)kulturellen Spuren der Reformation im Kontext von Bildung, Toleranz, Soziales und Religion in mehreren Altstädten Brandenburgs nachgegangen. Auch 500 Jahre nach der Veröffentlichung der 95 Thesen Luthers gegen den Ablass erzählen die historischen Stadtkerne spannende Geschichten.

Die AG-Städte Altlandsberg, Beeskow, Brandenburg/Havel, Dahme/Mark, Kyritz, Perleberg, Wusterhausen/Dosse und Ziesar beteiligen sich in diesem Jahr an der Kulturland-Kampagne und ergänzen damit inhaltlich die bereits bestehenden Stadtraumausstellungen des Städteverbunds Prediger und Bürger zum Reformationsjubiläum. (Infos zum Städteverbund: www.prediger-und-buerger.de)

Flyer zum Download

Stadtindividuelle Ausstellungen

Altlandsberg

Von Angesicht zu Angesicht – Lutheraner und Reformierte in Altlandsberg
ab 17. Juni 2017
Startpunkt: Kirchplatz
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Otto von Schwerin und Nikolaus Leutinger haben der Geschichte Altlandsbergs ihren Stempel aufgedrückt. Der eine baute die reformierte Schlosskirche und holte Siedler ins Land, der andere vertrat von der Kanzel der Stadtkirche mit Leidenschaft die Lehren Martin Luthers. Beide Kirchen stehen noch heute »von Angesicht zu Angesicht« und versinnbildlichen so einen für Brandenburg einmaligen Dialog.

In Kooperation mit Dr. Silke Kamp, dem Heimatverein Altlandsberg und der Evangelischen Kirchengemeinde Altlandsberg.

Beeskow

Bischofsmacht und Bürgerwille: Beeskows Weg zur Reformation
ab Mai 2017
Startpunkt: Rathaus
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Die Einführung der Reformation in Beeskow ist eine spannungsreiche Geschichte, die an fünf Standorten im historischen Stadtkern zu entdecken ist. Lange hatten nämlich die Bischöfe von Lebus als Stadtherren den Einfluss der neuen Lehre bekämpft. Erst 1540 wurde der erste lutherische Pfarrer berufen – und auch das nur mit Hilfe von außen.

In Kooperation mit Dr. Sascha Bütow.

Brandenburg an der Havel

Reformation konkret: Reformationspfad Altstadt
ab 14. Mai 2017
Startpunkt: St. Gotthardtkirche
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In Brandenburg an der Havel war der lange Prozess der Reformierung von Kirche und Stadt besonders facettenreich: Während das Domkapitel zögerte, identifizierten sich Neustadt und Alte Stadt schon früh mit dem reformatorischen Gedankengut und suchten ihre eigenen Wege des Wandels. Die drei Ausstellungen in den Kirchen thematisieren dies: St. Gotthardt ist von einem radikalen »Bildersturm« geprägt, St. Katharinen reformierte früh und integrierend und der Dom »recycelte«. Der Reformationspfad verbindet diese drei Ausstellungen und zeigt zudem die konkreten Veränderungen an authentischen Orten in der Alten Stadt.

Dahme/Mark

Dahme im Wandel der Reformation
ab 18. Juni 2017
Startpunkt: St. Marien-Kirche
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Zur Zeit der Reformation gehörte Dahme zum Erzbistum Magdeburg, welches bekanntlich den Gedanken Martin Luthers negativ gegenüber stand. Und doch kam hier 1503 ein Mann zur Welt, der einmal einer der bedeutendsten Reformatoren Brandenburgs werden sollte: Georg Bucholzer. Am 1.11.1539 hielt er den ersten evangelischen Gottesdienst in Berlin. An ihn und weitere Spuren der Reformation wird in einer kleinen Ausstellung in der Kirche St. Marien erinnert.

In Kooperation mit HistoriCity.

Kyritz

Das Kyritzer Franziskanerkloster nach der Reformation
ab 13. Mai 2017
Startpunkt: Kyritzer Klostergarten
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Kein Quartier der Stadt kann nach der Reformation mehr Funktions- und Nutzungswandel nachweisen als das heutige Klosterviertel: Rittergut, Stadtkirche, barockes Landhaus, »Baumarkt«, Stall, Montierungskammer, Hospital, Lazarett, Wohnhaus, Garten, Brennerei, Badehaus, Plettstube, Wäscherei, Tankstelle, Ladengeschäft, Mehrfamilienhaus, Autowerkstatt, Chemische Reinigung, Gaststätte und Theaterbühne. Jetzt soll es zum Kulturstandort mit Museum und Bibliothek entwickelt werden.

In Kooperation mit ews Stadtsanierung GmbH.

Eröffnung der Ausstellung (Foto: Nikole Drescher)

Perleberg

Religionen – Reformation – Räume
ab 9. Juli 2017
Startpunkt: Kirchplatz
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Das Perleberger Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt »Religionen – Reformation – Räume« beleuchtet die historische Situation in der Stadt Perleberg und den umliegenden Dörfern vor der Reformation sowie die städtebaulichen Veränderungen, die die Einführung der Reformation nach sich zog. Sakrale Bauwerke werden in ihrer Entstehungsgeschichte und in ihrem historischen Kontext vorgestellt.

Wusterhausen/Dosse

Langsamer Wandel statt Revolution – Die Reformation in Wusterhausen/Dosse
ab 28. März 2017
Stadtkirche St. Peter und Paul
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In Wusterhausen/Dosse verlief die Reformation pragmatisch und wenig spektakulär. Vielleicht gerade deshalb erhielten sich bedeutende Relikte aus dem 16. Jh. in der Kirche und in der historischen Pfarrbibliothek, die im »Alten Pfarrhaus« zu sehen ist. Die Kulturland-Ausstellung »Langsamer Wandel statt Revolution – Die Reformation in Wusterhausen/Dosse« stellt Akteure und Gebäude in den Mittelpunkt der Betrachtung.

In Kooperation mit HistoriCity.

Ziesar

Von des Bischofs Gnade. Ziesar in der Reformationszeit
ab 17. Mai 2017
Startpunkt: Stadtkirche Heilig-Kreuz
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Die Ausstellung geht den Veränderungen in der bischöflichen Stadt Ziesar nach, die sich zwischen Neuem und Altbewährtem bewegten. Die Suche nach der Gnade Gottes beschäftigte damals Fürsten, Bischöfe und Theologen gleichermaßen. Ihre Antworten fielen gleichwohl unterschiedlich aus. Ein Beispiel dafür ist die Neuausmalung der Burgkapelle von Ziesar. Zudem wird dem in Ziesar geborenen Hamburger Reformator Johannes Aepinus gedacht.

In Kooperation mit HistoriCity.

Altstadtlust und Gästejournal

Altstadtlust + Gästejournal

„Prediger und Bürger“ stehen im Mittelpunkt des Städteverbundes zu dem sich 2012 zehn Städte im südlichen Brandenburg zusammengeschlossen haben, um sich auf das Reformationsjubiläum 2017 vorzubereiten. Pünktlich zum Auftakt des Jubiläumsjahres erscheinen zwei neue Publikationen, die die Region zwischen Wittenberg, Torgau und Berlin ins reformatorische Rampenlicht stellen.

Zum einen macht das reich bebilderte Magazin „Prediger und Bürger“ Lust in die reformatorische Geschichte einzutauchen. Das 86-seitige Heft, das in der Reihe „altstadtlust“ erscheint, punktet mit Geschichten von Predigern und Bürgern damals und heute, historischen weltbewegenden Ereignissen, Tourenvorschlägen und Veranstaltungshighlights. Ergänzend bietet das Gästejournal „Reformation findet Stadt“ handfeste Ausflugstipps aus 19 historischen Stadtkernen.

Beide Publikationen stehen hier zum Download bereit oder können in der Geschäftsstelle angefordert werden.

Kulturland Brandenburg 2017

Logo Kulturland Brandenburg

Die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg beteiligt sich nunmehr bereits zum vierzehnten Mal am Themenjahr von Kulturland Brandenburg. Das Jahr 2017 steht unter dem KUlturlandthema „Wort & Wirkung. Luther und die Reformation in Brandenburg“.

Kulturland Brandenburg 2017 steht unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg Dr. Dietmar Woidke.

Kulturland Brandenburg 2017 wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg.

Mit freundlicher Unterstützung der Brandenburgischen Sparkassen und der Investitionsbank des Landes Brandenburg.